Burger King goes KarLi

Es ist soweit. Der neue überdimensionale Burger King in der Nähe des Leipziger Volkshauses hat seine Pforten geöffnet und wie sagt man so schön: was lange währt wird …. Ähm … Moment? So gesehen ging’s mit dem Neubau des Fast Food Giganten dann jetzt mit einem Male doch ganz schön schnell.

burger king

Burger King Leipzig | © Mike

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Top oder Flop?

Bereits mehrere Wochen vor der Eröffnung der neuen Filiale in der Leipziger Südvorstadt sorgte das Projekt für hitzigen Gesprächsstoff im Stadtteil. Das Franchise-Unternehmen steht im völligen Gegensatz zu den vielen individuellen, selbstverwalteten Projekten, die sich sonst  entlang der Leipziger Südmeile tummeln. Vor allem der Leipziger „Burger Meister“ muss sich nun warm anziehen. Denn leckere Burger alleine reichen nicht aus im Konkurrenzkampf gegen Dumpingpreise, ein festes Dach über den Köpfen der Kunden und sanitäre Anlagen. Das wird ein harter Winter. Doch auch die übrigen Imbisse bangen um mögliche Verluste. Vielleicht trifft es den Burger Meister da gar nicht mal am härtesten, denn seine Kunden wissen Qualität und Frische in der Tat zu schätzen. Die Alleinstellungsmerkmale des kleinen Outdoor-Bistros, bei dem man noch ganz oldschool eine Bestellmarke ziehen muss und warten bis man aufgerufen wird, sprechen jedenfalls für sich. Schwerer wird es wohlmöglich für die weniger einzigartigen Lädchen, so dass so ein saftiger 1,50 € Burger dann vielleicht doch einen der 13 Dönerläden aus dem Rennen schicken könnte.

Dass Fast Food nicht zu „bio“ und „frisch“ passt, was sonst entlang der KarLi proklamiert wird, ist den meisten klar. Und doch findet der neue Fast Food Hüne auch in der Südvorstadt seine Anhänger. Wenn diese auch nicht ganz so laut kreischen in der Diskussion für oder wider den neuen Imbiss, nutzen sie das günstige Angebot doch gern. Und spätestens die feierwütigen Partypeople, die des Nachts noch eine Heißhungerattacke überkommt, finden im neuen Burger King ein warmes Plätzchen. An Kundschaft mangelt es dem neuen Nachbarn im Viertel sicher nicht..

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10 Responses

  1. Dirk Johns

    @Olaf: Irgendwann wird Leipzig dank des ganzen Gehypes eine so „geile Weltstaddt“ wie Berlin, oder noch übler Frankfurt sein. Dann ist es vorbei mit kleinen Unis für Jedermann, wie der HTWK und, und und… Dann ist es auch vorbei mit bezahlbaren WG-Wohnungen in Connewitz. Die Südvorstadt, Lindenau und Plagwitz gehören ja schon den Miethaien. Ich wohne seit meiner Geburt in dieser(noch)wundervollen Stadt. Hast Du schon mal ein Sommertheater auf der Feinkost erlebt? Dann weißt du, warum ich das ganze Gehype satt habe. Leider…

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  2. Dirki Johns

    @Tessa: Ich muss dir durchaus leider teilweise zustimmen. Die Geister die ich rief… 🙁

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  3. tessa

    das geheule ist echt lächerlich! ihr hyped das hippe leipzig und die karli und das tolle lebensgefühl hier doch seit 2 jahren zu tode mit euern blogs, flohmarkt-tipps und jutebeuteln… bio-discounter, lukas-bäcker, blöde stadthäuser und shisha-bars sind euch noch „alternativ“ genug, aber burgerking dann nicht mehr?
    der süden ist totgentrifiziert, euretwegen. also regt euch ab, zieht um oder fragt euch nochmal in ruhe, warum burgerking das dort für ein gutes pflaster hält.

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  4. Dirki Johns

    @Guenny: Ich hoffe von Herzen, dass sich die Karli nach dem Umbau wenigstens einen Teil ihres kultigen Charakters bewahren kann!

    @Olaf: Unter etwas gutem zu Essen versteht jeder etwas anderes. ;)Ich kann zum Beispiel das Essen im Acapulko beim besten Willen nicht als schlecht bezeichnen. 😉

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    • Olaf Behnke

      @Dirki Johns Stimmt, im Acapulco kann man gut essen und im Maitre auch und bei Efes und El Amir gibt’s guten Döner. Meine Kritik richtet sich gegen die Panik um Hypezig. Die Stadt entwickelt sich. Mich wundert, dass vor allem junge Leute deshalb aufschrecken und nicht eine konservative, verkalkte Elite. Ich glaube die Leipziger sind überfordert. Ist mir ein Rätsel. Ich bin kein Städteforscher aber es muss doch jetzt darum gehen, die Dynamik für sich zu nutzen und nicht ewig in einer passiven Gentrifizierungsopferrolle zu verharren.

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  5. Dirki Johns

    Können die ihren Turbo-Fresstempel nicht wo anders aufmachen? Die Karli hat durch das ganze scheiß Gehype doch schon genug von ihrem einstigen Charme verloren!

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  6. Olli

    Ich hoffe und denke, das der Burgermeister seine bisherigen Stammgäste und Kunden behalten wird, eben weil diejenigen wissen, was Qualität bedeutet. Gehe dort selber regelmäßig seit der Eröffnung essen, da ist das persönliche Fazit schnell gemacht: einen Burger King Store auf der Karli braucht niemand, zumal es schon genug Fast Food Unternehmen in Leipzig gibt!

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  7. Olaf Behnke

    Die Karli umweht ja geradezu etwas Heiliges in Leipzig, das ist aber Quatsch. Man kann BK toppen oder floppen, is mir wurscht. Fest steht: 11 der 13 Dönerläden auf der Karli sind Flop. Ich finde BK passt gut auf die Karli, weil sie sich mir nicht als gastronomische Supermeile präsentiert. Ich lebe seit zwei Jahren in Leipzig und wenn ich etwas Gutes essen möchte, dann gehe ich NICHT auf die Karli.

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  8. Guenny

    Man kann ja zu Franchise Fast Food stehen wie man will. Ich selbst bin dem sicherlich auch nicht abgeneigt, aber ein BK passt einfach nicht in die Karli. Klar wird er viele Gäste haben und die ach so netten Junggesellenabschiede werden einen neuen Treffpunkt vor der Tour durch die Südmeile haben.
    Für die Süvo ist das jedoch ein weiterer großer Schritt in Richtung Gentrifizierung und das mit dem Segen der Stadt, die ja die Atmo und das Leben auf der Karli auch nach dem Umbau erhalten will…

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