Eisdiele Pfeifer | Hausgemachtes Eis in Leipzig

Wer die Eisdiele Pfeifer bis jetzt nicht kannte, wird spätestens am Ende dieses Artikel bemerken: „Ach deshalb, stehen dort immer so viele Leute davor!“. Die Eisdiele Pfeifer hat Tradition. Denn das Familienunternehmen reicht bereits seit 1953 Eistüten über die Theke. Und so sieht’s da drinnen auch aus. Stühlchen und Tischchen im echten DDR-Design bringen auch unseren Kindern noch ein bisschen Ostflair entgegen. Und was lange Zeit einfach aus Resistenz gegen Neuerungen blieb wie’s blieb, ist heute beinahe schon Kult. Selbst als das Haus 1997 saniert wurde, blieb der 25 Quadratmeter kleine Laden weitgehend verschont.

Und die Südvorstädter lieben ihn. Mit seiner alten Theke, der hölzernen Deckenlampe und dem DDR-Geschirr macht er aber auch etwas her!
.

Eisdiele Pfeifer in Leipzig

Eisdiele Pfeifer
.

Ein hübscher kleiner Straßenfreisitz lädt ein, den ursprünglich geplanten Spaziergang um eine halbe Stunde zu vertagen und stattdessen lieber mit der Eisverkäuferin ein Schwätzchen zu halten. Denn hier kommen nicht nur die Kinder, sondern auch Mama und Papa auf ihre Kosten. Auf den verbreiterten, mit Sitzkissen ausgestatteten Fensterbrettern lümmelt es sich nicht schlecht.

Vanille, Schoko und Erdbeere gibt’s jeden Tag. Hinzu kommen noch ein paar wenige andere leckere Sorten Eis, die hier SELBST hergestellt werden und es immer mal im Wechsel des Tagesangebotes in eure Eistüten schaffen.

Wer mehr über die Pfeifers und ihre süße Eisdiele erfahren möchte, findet bei Sven Heitkamp einen tollen Artikel. Wobei  die hier noch erwähnte und vehement verneinte Samstagsöffnung mittlerweile nun doch eingeführt wurde.

Heute bewirtschaftet die gelernte Architektin Melanie Mehlitz mit Mutti und Bruder die Eisdiele und hat das Angebot auch um frisch gebrühten Kaffee und selbstgebackenen Kuchen erweitert. Die Stammkunden sind geblieben. Das Lächeln auf ihren Lippen auch.

.

Eisdiele Pfeifer Leipzig

Wann? Wie? Wo?

Eisdiele Pfeifer
Kochstraße 20
Leipzig (Südvorstadt)

Öffnungszeiten:

Mo-Fr   12-18
Sa / So  13-18 Uhr

Die Kugel kostet 80 Cent. Der Eisbecher ein bisschen mehr.

 

PS: Noch besser geht’s dann nur, wenn ihr euer Eis GANZ selbst herstellt. Dazu gibt’s Eismaschinen (SSV-Shop), die passenden Rezepte und los geht’s! 😀.

Merken

2 Responses

  1. Freno d'Emergenza

    Hi nochmal !

    Nun war ich also pflichtschuldigst auch mal zur Eisdiele Pfeiffer geradelt, und die sieht genauso aus, wie auf den Bildern: „Ostalgie pur“. In den 90ern habe ich als damaliger Besserwessi darüber gelästert, dann als „Wossi“ gewisse Sympathien dafür entwickelt und heute ist der „Gelernte DDR-Bürger“ mit seiner Kultur auch schon so eine Projektionsfläche einer merkwürdigen Nostalgie geworden – gerade in dieser Stadt, die gezeigt hat, daß man hier noch weiß, wie Revolution geht. Und das Klima, in dem Revolutionen zwar nicht gemacht, aber ausgebrütet werden – also, ich meine jetzt: so richtige Revolutionen, die tatsächlich die Welt um uns verändern, nicht nur Berliner Mauern einreissen – ich meine, von diesem Klima ist in der Eisdiele Pfeifer durchaus noch ziemlich was zu spüren. „Da weht einen so etwas an … so eine Art Hauch … ein Hauch von Ge-chichte !“

    Und ein Hauch von Rabarberkompottt !

    Wer nicht im Glück einer tollen WG oder in der Schicksalsgemeinschaft einer Großfamilie lebt, sondern als Single – der macht doch niemals selbst Rabarberkompott ! Das ist wie mit Schweinshaxe und Kraut: einmal im Jahr langt dicke, und dann will man bis nächstes Jahr nix mehr davon wissen ! Und diese vegane Schweinshaxe gab’s in der Eisdiele Pfeifer bei meinem halbherzig begonnenen, aber begeistert beschlossenen Pflichtbesuch ! 2 Kugeln Vanilleeis schwammen für 4,50 € in Rarbarberkompott mit richtig knackigen, großen Stücken darin, nicht zu süss, nicht zu sauer – einfach nur: perfekt !

    Hunde gab’s keine um die Eisdiele Pfeifer – aber auch mit den nichtcaniden Eisschleckern kommt man dort leicht ins Plaudern …

    Wenn ich zur Sommerszeit durch die Südvorstadt radele, dann wird ich da wohl noch öfters gläbrisch bleiben bzw. werden !

    Antworten
  2. Freno d'Emergenza

    Hi Adelina !
    Nun hatte ich schon begonnen, ein kleines Dankeschön für den Tip von der „Eisdiele Pfeiffer“ zu schreiben, weil das Eis wirklich super lecker ist und das flair … doch dann hab ich nochmal hingeguckt und nochmal … pffft … es ist ja ne ganz andere Eisdiele, wo das Eis so lecker war, die auch an einer Straßenecke liegt, und wo ich beim vorbeiradeln dachte: Mensch, daß ist doch die wo Du neulich hier von gelesen hast …

    Es war aber tatsächlich: „Vanille & Zimt“ – Bornaische Straße Nr. 102 (Ecke Propstheidaer). Das ist so ein richtig schöner alternativer Laden, wo sich die noch ungentrifizierten Kommunarden der Autonomen Republik Connewitz versammeln und das Eis super lecker ist. Es gibt auch so exotische Sorten wie „Birne“ („Mango“ oder „Tiramisu“ ist ja heutzutage nur noch was für Basecap-Träger), die saulecker ist und ganz hervorragend zum obligaten Zimteis passt. Zimteis ist ja der Eisdealenindikator schlechthin: wo’s nicht mal Zimteis gibt, taugt der Rest meistens auch nicht sehr viel – von den ganz kleinen Schnuggellädchen mal abgesehen. Bei „Vanille & Zimt“ kostet die sehr großzügige Kugel 1€. Alleinstellungsmerkmal: die Hunde ! Nirgends hab ich so viele freilaufende Hunde um eine Eisdiele herum gesehen, wie in Connewitz. Sie sind alle sehr nett und freundlich und man kommt schnell mit ihnen ins Gespräch.

    Aber es gibt auch noch andere ganz tolle Leipziger Leckstellen:
    „Pauls Schleckeria“ am Adler, am Beginn der Zocherschen, direkt an der Tramhaltestelle ist auch so ein vorvorgestriger Laden mit Ossi-Charme – aber das Eis ist 1A, für mich in Auswahl und Qualität bislang die Nr. 1 in Leipzig. Es gibt natürlich Zimteis, das ich dort am liebsten mit Pflaume (!) oder Pfirsisch kombiniere – ich bin ein konsequenter Hörnchen-mit-2-Bällchen-Lecker. Auch hier sind die 1€-Bällchen sehr großzügig Eine genau Adresse kann ich nicht angeben – selbst meine Osmond-Karte vom phone, wo sonst jeder Gullideckel vermerkt ist, kennt die „Schleckeria“ nicht: ein echter Geheimtipp also. Sie ist aber kaum zu verfehlen wegen der Menschentraube davor.

    „Brot & Kees“ am Eingang zum Keeschen Park von der Mehringstrasse in Markkleeberg ist ne ganz andere Nummer. Ursprünglich eine Bäckerei mit Café hat sich der Betrieb „multispezialisiert“: es gibt Edel-sandwiches mit Algen-Curry auf Rucola und die unvermeidlichen veganen Suppen, Biergarten und Gästezimmer und das Publikum dort hat ja sowas von Niveau, die arbeiten sicher alle bei Porsche oder als Sklaventreiber bei Avedo oder so. Ja … und in der Saison wird da auch aus einem kleinen Eiswagen handgeschnitztes Leckeis verkauft, immer nur 5-6 Sorten (also nicht regelmässig Zimteis!), darunter aber auch „Premium“-Eis wie Schafsmilch-Cassis oder Ziegenmilch-Feige, wo das etwas sparsame Bällchen dann sogar schon 2,50 kosten kann – das Porsche-Publikum hat’s ja … aber es ist seinen Preis auch wirklich wert, sogar mein schmaler Sozialamts-Geldbeutel muß manchmal bluten bei „Brot & Kees“.

    Und jetzt darf ich also noch die „Eisdiele Pfeiffer“ in meiner Osmond-Karte adden und demnächst zum probelecken – Leckeisjunkie, der ich bin !

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.