Kongress der Erzählkunst | 20.–23.04.2026

Erzählkarawane

Im April wird Leipzig für einige Tage zum Treffpunkt einer besonderen Kunstform: dem Erzählen. Beim Kongress der Erzählkunst vom 20. bis 23. April 2026 kommen Erzählerinnen und Erzähler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zusammen – und bringen Geschichten mit, die bewegen, verbinden und zum Nachdenken anregen.

Unter dem Motto „Aufbruch Erzählen“ entsteht im PHILIPPUS im Leipziger Westen ein Raum, in dem es nicht nur ums Zuhören geht, sondern um Begegnung. Um Perspektiven. Und um die Frage, welche Rolle Geschichten in einer Zeit spielen, in der gesellschaftliche Narrative immer stärker unter Druck geraten.

Erzählen als Gegenwartskunst

Geschichten begleiten uns überall – im Alltag, in Gesprächen, in Erinnerungen. Doch beim Kongress der Erzählkunst werden sie bewusst in den Mittelpunkt gerückt. Hier geht es nicht um fertige Texte oder klassische Lesungen, sondern um das gesprochene Wort, um lebendige Erzählkunst.

Wie entstehen Geschichten, die Menschen stärken? Wie können sie helfen, gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen oder ihnen etwas entgegenzusetzen? Genau diesen Fragen widmet sich der Kongress – mit Fachprogramm, Workshops und einem offenen Blick auf die Kraft des Erzählens.

Leipzig als Bühne für Geschichten

Dass der Kongress ausgerechnet in Leipzig stattfindet, ist kein Zufall. Die Stadt steht seit jeher für Bewegung, Wandel und neue Perspektiven. Zwischen Industriekultur, kreativen Freiräumen und lebendigen Nachbarschaften bietet sie genau den passenden Rahmen für ein Format, das sich mit Aufbruch und Veränderung beschäftigt.

Rund um den Karl-Heine-Kanal wird diese Verbindung besonders spürbar – hier, wo sich Geschichte und Gegenwart überlagern, entstehen neue Geschichten fast von selbst.

Wenn der Leipziger Westen zur Erzählkulisse wird

Ein besonderes Highlight ist die sogenannte „Erzählkarawane“. Dabei wird der Stadtraum selbst zur Bühne. Entlang des Karl-Heine-Kanals führt ein Rundgang durch Orte, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken – und sich plötzlich als voller Geschichten entpuppen.

Zwischen ehemaligen Industrieflächen, wilden Wiesen und belebten Plätzen verweben Erzählerinnen und Erzähler Stadtgeschichte mit persönlichen Erinnerungen und märchenhaften Elementen. Es geht um Orte, die sich verändert haben, um Spuren der Vergangenheit und um das, was bleibt.

Neue Stimmen, neue Perspektiven

Neben etablierten Erzähler:innen bekommen auch neue Stimmen Raum. Beim Abend der Nachwuchserzähler:innen stehen Menschen auf der Bühne, die den Schritt in die Erzählkunst gewagt haben – oft als Quereinsteiger:innen, mit ganz eigenen Geschichten im Gepäck.

Gerade diese Mischung macht den Reiz aus. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Ausdruck. Um Mut. Und darum, Geschichten zu teilen, die vielleicht sonst nie erzählt worden wären.

Ein Abend voller Überraschungen

Wer es spontaner mag, wird beim sogenannten Ceilidh fündig. Dieses Format lebt vom Moment: Erzählerinnen und Erzähler werfen ihre Namen in einen Hut, und wer gezogen wird, tritt auf die Bühne. Was folgt, ist offen – mal humorvoll, mal tiefgründig, manchmal beides gleichzeitig.

Das Publikum ist dabei nicht nur Zuhörer, sondern Teil des Geschehens. Genau diese Offenheit macht den Abend besonders.

Ein Kongress, der mehr ist als Fachprogramm

Auch wenn sich der Kongress in erster Linie an die professionelle Erzählszene richtet, öffnen sich viele Veranstaltungen bewusst für die Öffentlichkeit. So entsteht ein Format, das nicht nur innerhalb der Szene wirkt, sondern auch in die Stadt hinein.

Es geht darum, Menschen zusammenzubringen. Räume zu schaffen, in denen Geschichten gehört werden – und vielleicht auch neue entstehen.

📍 WANN? WIE? WO?

Kongress der Erzählkunst „Aufbruch Erzählen“
20. bis 23. April 2026
PHILIPPUS Leipzig
Aurelienstraße 54, 04177 Leipzig
https://erzaehlerverband.org/kongress/


Öffentliche Veranstaltungen:

🗓️ 21. April, 14:00 Uhr
Erzählkarawane entlang des Karl-Heine-Kanals
Treffpunkt: Eingang Philippus Kirche

🗓️ 21. April, 19:30 Uhr
Abend der Nachwuchserzähler:innen

🗓️ 22. April, 19:30 Uhr
Ceilidh – Geschichten aus dem Hut

🎟️ Tickets über Ticket Regional oder an der Abendkasse erhältlich


Geschichten, die bleiben

Der Kongress der Erzählkunst zeigt, wie viel Kraft im Erzählen steckt. In einer Zeit, in der vieles schnell, laut und oft oberflächlich ist, schafft er einen Gegenpol. Einen Raum, in dem zugehört wird. In dem Geschichten Zeit bekommen.

Und vielleicht nimmt man am Ende genau das mit: die Erkenntnis, dass Erzählen mehr ist als Unterhaltung. Sondern eine Verbindung – zwischen Menschen, Orten und Ideen.

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