Interlude Inn im Schauspiel Leipzig | Ein Tanzstück über das Dazwischen | 26.-29.06.2026

Foto: Michelle Berger, Nora Frohmann

Manche Momente im Leben fühlen sich an wie ein Flur zwischen zwei Türen. Das Alte liegt bereits hinter uns, das Neue ist noch nicht greifbar. Genau diesem schwebenden Zustand widmet sich das Leipziger Tanztheater mit seiner neuen Produktion Interlude Inn im Schauspiel Leipzig.

Mit der neuen Arbeit der schwedischen Choreografin Clara Sjölin bringt die Juniorcompany des Leipziger Tanztheaters ein Stück auf die Bühne, das sich intensiv mit Übergängen beschäftigt – mit dem Suchen, Zögern, Entscheiden und Weitergehen. Ein Thema, das gerade für junge Menschen kaum aktueller sein könnte.

Ein Ort zwischen Aufbruch und Ankunft

Interlude Inn führt an einen Ort, den es vielleicht gar nicht wirklich gibt – und den doch fast jede:r kennt. Ein Zwischenraum. Ein Ort des Wartens. Des Innehaltens. Hier verweilen Menschen zwischen dem, was sie bereits hinter sich gelassen haben, und dem, was noch vor ihnen liegt. Entscheidungen werden spürbar, Wege sichtbar – ebenso wie jene Möglichkeiten, die nie gewählt wurden.

Diese Idee übersetzt Clara Sjölin gemeinsam mit rund 40 Tänzer:innen in eine Welt aus Bewegung, Schatten und Traumfragmenten. Nostalgie trifft auf Unsicherheit, Freiheit auf Orientierungslosigkeit, Loslassen auf Festhalten. Gerade diese fragile Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenwerden bildet dabei das emotionale Zentrum des Stücks.

Wenn Tanz das Unausgesprochene sichtbar macht

Das Leipziger Tanztheater gehört seit Jahren zu den festen Größen der freien Tanz- und Jugendkulturszene der Stadt. Besonders die Juniorcompany schafft immer wieder Produktionen, die junge Lebensrealitäten nicht erklären, sondern körperlich erfahrbar machen.

Mit Interlude Inn setzt Clara Sjölin diese Linie konsequent fort. Statt linearer Erzählung entsteht ein atmosphärischer Raum, in dem Gefühle, Fragen und innere Zustände sichtbar werden – oft genau dort, wo Worte nicht mehr ausreichen. Gerade in einer Zeit, in der viele junge Menschen zwischen Zukunftsängsten, Selbstfindung und gesellschaftlichem Druck navigieren, trifft dieses Thema einen Nerv.

Drei Stücke, drei Perspektiven

Besonders spannend: Interlude Inn steht nicht allein auf dem Programm. An den Doppelabenden trifft die neue Produktion auf zwei bereits etablierte Stücke der jüngeren Juniorcompany. Mit „reinpflanzlich“ widmet sich Choreografin Brit Böttge poetisch den Themen Natur, Wachstum und Veränderung. „MENSCHINE“ von Maria Seidel wiederum setzt sich choreografisch mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine auseinander.

So entstehen an den Abenden gleich mehrere Perspektiven auf Entwicklung, Wandel und das Menschsein.

Fotos: Roland Kersting

Tanz als Ort des Übergangs

Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft von Tanztheater: Übergänge nicht nur zu erzählen, sondern spürbar zu machen. Interlude Inn scheint genau das zu versuchen – einen Zustand sichtbar zu machen, den viele kennen, aber selten greifen können. Ein Stück über das Dazwischen. Über das Noch-nicht. Und über den Moment, in dem man irgendwann trotzdem weitergeht.

Wann? Wie? Wo?

Interlude Inn
Juniorcompany des Leipziger Tanztheaters

Ort:
Schauspiel Leipzig
Bosestraße 1
04109 Leipzig

Termine:
Freitag, 26.06.2026 | 19:30 Uhr
reinpflanzlich + Interlude Inn (Premiere)

Samstag, 27.06.2026 | 19:30 Uhr
MENSCHINE + Interlude Inn

Sonntag, 28.06.2026 | 14:00 Uhr
MENSCHINE + Interlude Inn

Sonntag, 28.06.2026 | 18:30 Uhr
reinpflanzlich + Interlude Inn

Montag, 29.06.2026 | Schulvorstellungen
9:00 Uhr – MENSCHINE

Weitere Infos: www.leipzigertanztheater.de

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