Die Höfe am Brühl

Seit Anfang des Jahres bloggt DailyArtDesign.de mit viel Leidenschaft über Kunst und Design, über Wohntrends, Einrichtungsfragen, Accessoires und DIY. Wie leipzig-leben.de ist auch dailyartdesign.de in Leipzig ansässig, woraus sich nun diese schöne Kooperation unserer beiden Blogs ergeben hat. Wir tauschen Beiträge, Gewinnspiele und sorgen zusammen für das Müh Abwechslung am Bloggerhorizont. Deshalb war DailyArtDesign heute schon früh auf den Beinen, um leipzig-leben.de mit neuem Leben in Leipzig versorgen zu können, den nigelnagelneuen Höfen am Brühl!

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Pünktlich heute morgen um 8.00 Uhr öffnete das neueste Einkaufszentrum im Zentrum Leipzigs seine Pforten. Und schon so früh herrschte buntes Treiben. Presse, Neugierige, Mütter mit ihren kleinen Kindern, Jung und Alt strömten in den Riesenkoloss um zu staunen, zu stöbern, Begrüßungsblümchen, Werbegeschenke und Gutscheine zu ergattern. Mit müden Augen aber einer umso munteren Kamera bewaffnet war auch DailyArtDesign war vor Ort, über den sich alle Meinungen der Leipziger bisher radikal spalteten. Ganz gleich ob im Freundes- oder Kollegenkreis hörten wir immer wieder, noch ein Einkaufszentrum mit dem gefühlt 100. H&M oder dm brauche kein Mensch, ein Park solle her und nicht ein solches Monstrum, das das Stadtbild wieder zubaue.

Zugegebenermaßen gehörten wir bisher auch immer eher zu den Kritisch-Negativdenkern. Zu gut konnte man nach Abriss der typisch kommunistischen Plattenbauten die Stadt als Freiraum genießen. Der freie Blick auf die evangelisch reformierte Kirche und die Offenheit des Zentrums haben einfach phantastisch zum Flanieren eingeladen und die Schönheit der Katharinenstraße mit ihren altehrwürdigen Villenhäusern noch unterstrichen.

Höfe am Brühl außen

© Kirsti Lenehan / DailyArtDesign

 

Höfe am Brühl innen

© Kirsti Lenehan / DailyArtDesign

 

Doch der Anblick der neuen Höfe am Brühl ließ uns einfach staunen. Die Glasfassade spiegelt umliegende Bauten und Dächer, so als würden sie, wie waschechte Leipziger es nun mal tun, miteinander ein Schwätzchen halten. Das riesige Gebäude ist puristisch- modern und nimmt den liebgewonnenen Blick auf die Kirche am Trönlinring, doch passt es sich hervorragend in seine Umgebung ein.

Blechbüchse außen

© Kirstin Lenehan / DailyArtDesign

 

Und die allseits bekannte Blechbüchse, einst das Konsument Warenhaus in der DDR, später Hertie und Karstadt im Wechsel, nicht wirklich einladend für seine Besucher, erstrahlt in aufpolierter Blechfassade und ist innen nicht wiederzuerkennen. Die Höfe am Brühl bestehen schier aus Glas, so dass das bißchen Luft zum Atmen, das durch den Bau verschwunden war, wieder zurückgegeben wird. Kurz und gut: DailyArtDesign.de begrüßt den neuen Design-Meilenstein in der Architektur Leipzigs!

Konsument-Hoefe

© Kirsti Lenehan / DailyArtDesign

 

Außerdem haben wir in den Bildern des bekannten und leider kürzlich verstorbenen Fotografen Klaus Morgenstern gestöbert und freuen uns,  Euch neben den Eröffnungsimpressionen auch auf einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit mitnehmen zu können! Das einstige zehngeschossige Haus der Interpelz am Brühl (Hochhaus Brühlpelz) war 1966 eingeweiht worden und unter DDR-Bürgern als Konsument bekannt, von den Ur-Leipzigern liebevoll noch heute Blechbüchse genannt. Ursprünglich war das Kaufhaus Brühl ab 1907 von dem berühmten Architekten Emil Franz Hänsel errichtet und in den Folgejahren erweitert worden. Besonders bekannt galt der Brühl Leipzig als die Weltstraße der Pelze. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der stark beschädigte Bau erneuert und 1966 mit der typischen Blechfassade versehen.

Klaus Morgenstern

© Kirsti Lenehan / DailyArtDesign

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2 Responses

  1. Dase

    Schöner Artikel. Eine Richtigstellung jedoch: Die Blechbüchse wurde nie als Hertie genutzt, sondern war in folgender Reihenfolge ein Konsument Horten, Galeria Horten, Galeria Kaufhof und Karstadt interim.

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