Ein Hase saust auf dem Roller über die Bühne, Rumpelstilzchen bekommt endlich ein Happy End und Rapunzel singt übers Haarewaschen: Beim MÄRCHEN-FEST 2026 geraten die Geschichten der Brüder Grimm gehörig in Bewegung.
Vom 6. Oktober bis 15. November bringt das Festival vier fantasievolle Inszenierungen des Theaters im Globus auf Bühnen in Leipzig und Umgebung – für kleine Märchenfans und alle Großen, die noch welche sind.
Es war einmal – nur ein bisschen anders: Märchen-Fest 2026
Wolf bleibt Wolf, Rapunzels Haare bleiben lang und natürlich liefern sich Hase und Igel noch immer ihren berühmten Wettlauf. Und trotzdem läuft beim MÄRCHEN-FEST 2026 manches ein wenig anders als im Märchenbuch.
Das 35. Festival für Figuren-, Objekt- und Anderes Theater widmet sich in diesem Jahr ganz den Grimm’schen Märchenwelten – allerdings in ziemlich eigenwilligen Bearbeitungen. Figuren- und Schauspiel, Erzähltheater, Musik, ungewöhnliche Bühnenbilder und jede Menge Humor machen aus bekannten Geschichten neue Theatererlebnisse.
Das Schöne daran: Die Inszenierungen sind nicht nur für eine kleine Altersnische gedacht. Kita- und Grundschulkinder dürfen genauso mitfiebern wie Eltern, Großeltern und erwachsene Märchenfans.
Sieben Geißlein in einem Koffer
Los geht das Märchen-Fest 2026 am 6. Oktober mit „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“. Und für dieses Märchen braucht es erstaunlich wenig Gepäck: Ein alter Reisekoffer enthält Bühne, Figuren und Requisiten der gesamten Inszenierung.
Puppen- und Schauspielerin Hanne Braun verbindet darin Schauspiel und Marionettentheater – und macht aus dem bekannten Grimm-Klassiker ein Stück, das längst weit über Leipzig hinaus unterwegs war.

Achtung, Hase auf dem Roller!
Am 14. Oktober wird es im Komm-Haus in Grünau dann rasant. Bei „Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel“ flitzt Hase Hasenohr tatsächlich mit seinem schicken Roller über die Bühne.
Das Ende kennen wir eigentlich alle. Oder?
Denn das Theater im Globus lässt den berühmten Wettstreit nicht einfach dort enden, wo Grimm aufgehört hat. Aus Rivalen werden beim Märchen-Fest schließlich Freunde – und beim Finale dürfen Hase, Igel und Publikum gemeinsam singen.

Rumpelstilzchen darf als Koch am Königshof bleiben
Auch „Rumpelstilzchen. Die wahre Geschichte“ hält eine kleine Märchenkorrektur bereit. Stroh wird weiterhin zu Gold gesponnen und natürlich taucht der eigenwillige kleine Helfer auf. Nur bekommt der diesmal ein deutlich schöneres Ende.
Statt allein im Wald zu verschwinden oder sich gar entzwei zu reißen, darf Rumpelstilzchen am Königshof bleiben – als Geschichtenerzähler, Koch und Gesellschafter des Königskindes. Zu sehen ist die Inszenierung am 20. Oktober beim Märchen-Fest im Stadtkulturhaus Borna und am 21. Oktober im Studiotheater der JugendKulturWerkstatt in Leipzig.

Rapunzel, Rapunzel – sing doch ein Lied!
Noch musikalischer wird es mit „Rapunzel“ beim Märchen-Fest. Die Inszenierung verbindet Schauspiel, Figuren- und Erzähltheater mit eigens komponierten Liedern und Soundeffekten.
Da wird geritten und erzählt, über Rapunzelsalat gesungen – und sogar das Haarewaschen bekommt seinen eigenen Song. Trotzdem bleibt die Geschichte in all ihrer Schönheit und Tragik erkennbar. Nur eben mit einem Augenzwinkern und genügend Platz für die eigene Fantasie.
Am 22. Oktober kommt Rapunzel ins OFT Rabet im Leipziger Osten, am 25. Oktober folgt eine Familienvorstellung im Schloss Belgershain.

Märchen-Fest 2026: Wann? Wie? Wo?
MÄRCHEN-FEST 2026
35. Festival für Figuren-, Objekt- und Anderes Theater
06.10.–15.11.2026
Zum kompletten Programm
© Fotos Jost Braun
Ausgewählte öffentliche Vorstellungen beim Märchen-Fest 2026:
14.10.2026 · 10:00 Uhr
„Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel“
Komm-Haus Leipzig-Grünau
Selliner Straße 17, Leipzig
21.10.2026 · 10:00 Uhr
„Rumpelstilzchen. Die wahre Geschichte“
JugendKulturWerkstatt Leipzig-Reudnitz/Thonberg, Studiotheater
Riebeckstraße 51 A, Leipzig
22.10.2026 · 10:00 Uhr
„Rapunzel“
OFT Rabet
Eisenbahnstraße 54, Leipzig
Weitere Vorstellungen finden unter anderem in Schulen, Horten, Kitas, Kliniken und weiteren Einrichtungen statt.



