Ein Zugabteil, zwei ungewöhnliche Reisebegleiter und Geschichten aus Leipzig, bei denen längst nicht alles so ist, wie es scheint. Die Literaturshow „Endstation Wahrheit“ nimmt ihr Publikum in der nächsten Ausgabe mit auf eine Reise zum Leipziger Südfriedhof.
Zwischen historischen Quellen, Schauspiel und literarischer Fantasie wird die Vergangenheit lebendig – und am Ende stellt sich eine ziemlich knifflige Frage: Was davon ist wirklich passiert?
Bitte einsteigen! Die Vergangenheit wartet nicht.
Wer bei „Endstation Wahrheit“ Platz nimmt, steigt gewissermaßen in einen Zug durch die Leipziger Stadtgeschichte. Die Literaturshow verbindet szenische Lesungen, Schauspiel und historische Recherche zu einer Reise, auf der nicht die großen Namen im Mittelpunkt stehen, sondern Menschen, deren Geschichten sonst leicht in Vergessenheit geraten.
Arbeiter, Waisenkinder, Näherinnen und andere Leipziger:innen bekommen hier eine Bühne. Ihre Erlebnisse erzählen von einem Alltag, der von gesellschaftlichen Umbrüchen, persönlichen Schicksalen und den Verhältnissen ihrer jeweiligen Zeit geprägt war. Erzählt und gespielt werden die Geschichten von Mariann Gáborfi und Hubertus von Quack.
Nach der ausverkauften Premiere im August führt die nächste Vorstellung an einen Ort, der selbst unzählige Lebensgeschichten bewahrt.
Nächster Halt: 140 Jahre Leipziger Südfriedhof
Seit 1886 ist der Leipziger Südfriedhof die letzte Ruhestätte vieler Menschen, die in dieser Stadt gelebt haben. In seinem 140. Jubiläumsjahr wird er nun zum Schauplatz der literarischen Spurensuche von „Endstation Wahrheit“.

Zwischen historischen Grabstätten und der imposanten Kapellenanlage geht es um Lebenswege, die mit realen Orten und Ereignissen Leipzigs verbunden sind. Auch die dunkleren Kapitel der Vergangenheit finden ihren Platz: Verlust, Gewalt, Ausgrenzung und Schicksale, an die heute kaum noch jemand erinnert.
Dabei findet die Vorstellung nicht auf dem Friedhof selbst statt. Die Reise führt das Publikum in der studijo Bühne erzählerisch dorthin – und lässt den Südfriedhof zu einem Ort werden, an dem die Geschichte der Stadt aus ganz persönlichen Perspektiven sichtbar wird.
Wahr oder erfunden? Jetzt ist das Publikum gefragt.
Der besondere Kniff der Show: Nicht jede Geschichte ist vollständig wahr. Historisch belegte Ereignisse treffen auf literarische Ausschmückungen, und manches, was zunächst erfunden klingt, könnte tatsächlich passiert sein.
Erst zum Schluss wird das Rätsel aufgelöst. Bis dahin darf das Publikum aufmerksam zuhören, Indizien sammeln und selbst entscheiden, welche Erzählungen auf historischen Quellen beruhen. Wer die Spuren richtig deutet, kann sich sogar eine besondere Anerkennung sichern.
So wird aus einem Theaterabend zugleich eine Einladung, Leipzigs Vergangenheit mit anderen Augen zu betrachten. Denn hinter jeder historischen Jahreszahl stehen Menschen – und nicht alle ihre Geschichten haben es in die Geschichtsbücher geschafft.

Wann? Wie? Wo?
Endstation Wahrheit
Die Literaturshow zur Leipziger Geschichte
Zur Veranstaltung
📅 Wann?
Freitag, 30. Oktober 2026, 19:30 Uhr
Samstag, 12. Dezember 2026, 19:30 Uhr
📍 Wo?
studijo Bühne
Johannisallee 3
04317 Leipzig
🎭 Was?
Szenische Literaturshow mit Mariann Gáborfi und Hubertus von Quack.



