Herzkampf | Fotoprojekt über Aktivismus gegen Rassismus

Jederzeitiges Einschreiten gegen die Diskriminierung benachteiligter Menschen muss selbstverständlich werden. Egal ob gegen Rassismus, Homophobie, Frauenfeindlichkeit oder Kindesmisshandlung. Von dieser Selbstverständlichkeit könnten wir in der Realität kaum weiter entfernt sein.

Tagtägliche Zivilcourage ist Mut, den jemand beweist, indem er humane und demokratische Werte (z. B. Menschenwürde, Gerechtigkeit) ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit oder auch gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten u.a. vertritt.

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Vorbilder und Motivatoren im Kampf gegen Ungleichbehandlung

Solange man nicht selbst betroffen ist, bleiben die Augen verschlossen. Wer unterstützt Betroffene bevor es Verletzte gibt und der mediale Aufschrei die bürgerliche Mitte aus dem Dornröschenschlaf weckt? Martin Neuhof (Leipziger Fotograf und bekannt durch seine 101 Helden oder die Leipziger Bettgeschichten) portraitiert in seiner Foto- & Interviewserie HERZKAMPF Menschen, die sich seit jeher lautstark im Kampf gegen Rassismus einmischen, ihr Umfeld aufklären und wachrütteln.

Egal ob im Verein Aktive, PolitikerInnen, MusikerInnen oder engagierter EinzelkämpferInnen – sie alle gehen mit sagenhaftem Beispiel voran, lassen Taten sprechen und zeigen, wie der Kampf gegen Ungleichbehandlung im eigenen Leben Einzug erhalten hat.
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Das Unsichtbare sichtbar machen

Dabei lenkt er den Blick neben Gallionsfiguren im tatkräftigen Aufbegehren gegen Rechts wie den Leipziger Anwalt Jürgen Kasek oder Juliane Nagel Stadträtin und Sprecherin für Migrationspolitik bei den Linken, auf Persönlichkeiten deren Handeln im Verborgenen geschieht.
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Die bisherigen Herzkämpfer:

  • Julia Purrmannhilft ehrenamtlich syrischen Flüchtlingsfamilien
  • Imad SuperMusiker, Aktivist, Deutschlehrer in der Flüchtlingsunterkunft Ernst-Grube-Halle
  • Nhi LeModeratorin, Publikationen & Vorträge, Videopodcast von Straßengezwitscher e.V
  • Tom GüntherDemonstrationen („die demokratischste und flexibelste Waffe unserer Gesellschaft“)
  • Irena Rudolph-Kokotantifaschistisches Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz
  • Zoë BeckInitiatorin des Aktionsbündnis „Verlage gegen Rechts
  • Sarah AllesSchauspielerin, Schirmherrin „Kinderhelfer mit Herz
  • Andreas Dohrn Pfarrer, Einzug einer syrisch-muslimischen Familie in das Pfarrhaus der Peterskirche, „Kontaktstelle Wohnen
  • René HahnStadtrat Zwickau, aktiv im Verein „Roter Baum“ Konzerte, Vorträge, Diskussionen und Sportveranstaltungen
  • Dr. Karamba DiabyLandesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt, Mitglied des Kuratoriums „Stiftung Bürger für Bürger
  • Anne Kämmererim SprecherInnenteam von „Polizeigesetz stoppen“, Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz
  • Tobias Burdukat Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit e.V. in Grimma
  • Gregor ZocherRapper „Sayes“ und Rapworkshops
  • Annalena SchmidtEinzelkämpferin in Bautzen, Dokumentation rechter Strukturen
  • Michelle BraySchauspielerin, aktiv im Volkstheater Bautzen im Projekt „Thespis Zentrum“
  • Birgit KieschnikStadtfamilienrat Bautzen e.V. im Bereich Frauen & Familien
  • Jürgen KasekAnwalt, Aktivist, Demonstrationen & Versammlungen, Presse & Social Media, Kritiker & Motivator, Mietenbündnis „Leipzig für Alle“, Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz
  • Juliane Nagel Mitbegründerin linXXnet, Landtagsabgeordnete und Stadträtin bei den Linken, Sprecherin für Asyl- & Migrationspolitik
  • to be continued.

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Der HERZKÄMPFER hinter der Kamera: Martin Neuhof

Martin Neuhof bekämpft seit 4 Jahren aktiv rechte Strukturen. 2014 gründete er mit zwei weiteren Mitstreitern die Initative „No-Legida“,betreute Plattform, begleitete Demos und leistete einen großen Beitrag dafür, Legida in Leipzig kaum Fuß fassen konnte. Als 2017 die AfD in den Bundestag zog, kam ihm der Gedanke, eines Foto-Projekts für Menschen, die aktiv dem Rechtsruck entgegentreten.
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„Was wir brauchen, sind Leute, die aktiv sind. Menschen, die Gutes bewirken und für eine offene Gesellschaft kämpfen, die heute, mehr denn je, in Gefahr ist.“

……………………………..                             ……           ..Martin Neuhof | Photo by Milad Ahmadvand

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Schau nicht weg! Die Kunst zu helfen, beginnt im Kleinen.

Über den eigenen Schatten zu springen, beginnt für jeden Menschen im Privaten. Engagement muss nicht sichtbar sein, es ist spürbar.

6 Regeln für Zivilcourage, die euch im Alltag für Situationen sensibilisieren sollen, in denen Hilfe gefragt ist.
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  1. Ich beobachte genau

Oft genug scheitert es bereits am Hinsehen. Ein Pärchen streitet sich auf der Straße. Was genau sehe ich? Ein Liebespaar, das sich uneins ist, oder einen Mann, der eine Frau belästigt? Wie oft schauen wir hin und erkennen Missstände erst gar nicht.

  1. Ich hole Hilfe

Verantwortliche Menschen frühzeitig einbeziehen: Lehrer, Bahnfahrer, Verkäufer, Polizei.

  1. Ich halte Abstand

Richte deine Ansprache an das Opfer. Solltest du dennoch in einen Dialog mit dem Täter verwickelt werden, dann bleibe höflich, bestimmt und beim „Sie“, um eine respektvolle Distanz zu wahren und um anderen „Zuschauern“ zu signalisieren, dass es sich nicht um eine Privatsache handelt.

  1. Ich suche Mitstreiter

Meistens warten die Umstehenden nur darauf, dass einer die Initiative ergreift und helfen sogleich, wenn sie nur angesprochen und „geweckt“ werden und somit feststellen, dass sie nicht alleine sind.

  1. Ich kümmere mich um Opfer

Manchmal reicht es, nur da zu sein und mit dem Opfer zu sprechen.

  1. Ich bin Zeuge

Präge dir Details ein und halte diese ggf. in einem schriftlichen Gedächtnisprotokoll fest. Nur wenn du aussagst, können Polizei und Justiz ihre Arbeit machen. Nur wenn du aussagst, lernt ein Täter, dass er für seine Tat zur Verantwortung gezogen wird.

Sagst du nicht aus, lernt der Täter, dass ihm nichts geschieht und dass er immer so weiter machen kann.

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Wann? Wie? Wo?
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Herzkampf | Fotoprojekt 
Engagement gegen Rassismus & Ungleichbehandlung


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Für ein aufmerksameres, empathischeres Miteinander. In Leipzig, in Sachsen. Auf dieser Welt.
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