Wohnen in Leipzig | Mieten, Kaufen, Leben

Neben Dresden ist Leipzig die letzte Ostdeutsche Stadt, die noch einen Einwohnerzuwachs zu verzeichnen hat. Das hat 2 Gründe. Zum einen sind Leipziger Mädchen so begehrt, liebenswürdig und multitaskingfähig, dass der Trend in Punkto Familienplanung mittlerweile hin zur 3-Kind-Familie geht. Alle Achtung. Zum anderen erlebt Leipzig, wie der ein oder andere vielleicht schon anhand der heiter bis lautstark kundgetanen Kritikäußerungen erfahren durfte, einen Hipster-Hype, der dafür sorgt, dass unser schönes Künstler- und Lifestyleviertel Plagwitz bald an Übervölkerung erkrankt.

Wohnen in Plagwitz Leipzig

© J. Krueger

.
Dass bekanntermaßen alles seine Vor- und Nachtteile hat, ist klar. Im Fall Leipzig lautet das Stichwort nun Gentrifizierung. Denn zu unserer aller Freude gab und gibt es in Leipzig bis auf Weiteres wunderhübsche Altbauten, in denen all jene, die sich mit Ofenheizung, undichten Fenstern und abgelatschten Dielen begnügen, für einen Appel und ein Ei niederlassen konnten. Sei es um zu malen, zu musizieren, zu sinnieren oder einfach vor sich hin zu vegetieren.

Bis eines Tages das Telefon klingelt. „Wir würden gern am Montag einen Besichtigungstermin für Ihre Wohnung vereinbaren.“ spricht der überfreundliche Makler in den Apparat. „Wir haben da einen Interessenten, der Ihre Wohnung kaufen möchte.“ Da sagt doch keiner „nein“. Klar. Geld regiert eben auch in Leipzig.

Und sowie der stolze Einwanderer von den Vorzügen Leipzigs schwärmt, von denen er in der Zeitung laß, sehen wir unsere Felle wegschwimmen. Wo einst unsere Leseecke Einzug erhielt, wird bald ein schicker Kamin gezimmert. Das Hochbett weicht dem Homekino, der Aschenbecher dem Dimmer. Schön soll es ja schließlich werden, das neue Wohnambiente.

Wohnen in Plagwitz

© Stahlbauer

.
Und wenn man dann eines schönen Sonntagnachmittags gemütlich durch die Gegend schlendert, sieht man all die schönen Lofts mit Bootsanlegestellen und weiß vor lauter Rührung gar nicht mehr, wie romantisch auf dem Teppich sitzen und Buch vor lesen eigentlich war, damals als wir noch nicht alle GEZ bezahlen mussten.
.

Ihr lieben Neureichen,

es hat keiner etwas dagegen, wenn ihr in diese Stadt investiert, euch Häuser baut, Eigentumswohnungen kauft oder what ever, aber bitte seid nicht solche kaltschnäuzigen Elstern und lasst die Finger von den Nestern, die wir für unsere Kinder gebaut haben.

.
Hier seht ihr, welche Immobilienmakler und ggf. auch weitere Immobiliendienstleister in Leipzig ansässig sind, die euch bei der Suche nach UNBEWOHNTEN Objekten gern behilflich sind.

Merken

5 Responses

  1. Freno d'Emergenza

    Also ich bin im Spätsommer 2016 nach Leipzig gezogen und meine Erfahrung ist diese: entweder, Du hast Kohle, dann ist eh alles drin, oder Du kennst die richtigen Leute hier, dann läuft eh alles von ganz alleine, oder Du hast keine Kohle und kennst niemand – dann guggse inne Röhre und wirst überall nur verarscht. “Sozialtouristen” mag man hier nicht und das kann man den Leuten noch nicht mal so furchtbar übelnehmen.

    Aber es gibt ein Zauberwort: “Wohnberechtigungsschein” ! Den gibt’s bei der Stadt, wenn man einen Arbeits- oder Studienplatz hat oder ein sonstiges “berechtigtes Interesse” hat. Bei mir war es die regelmässige Behandlung an der Uniklinik. Die Klinik hat mir das auch bescheinigt, daß ich da dauernd hin muß und vier Wochen später kam dieser Wohnberechtigungsschein dann auch an und dann ging alles ratzfatz, während ich vorher nur verarscht worden bin. Den Tipp vom Wohnungsberechtigungsschein hab ich übrigens von der Klinik bekommen.

    Dieser Schein “gilt” formell nur für den geförderten Wohnungsbau wie zB bei der LWB, die soundsoviel Prozent ihrer Wohnungen an die Inhaber solcher Scheine vermieten müssen. Aber auch ansonsten sagt dieser Schein jedem Makler und Vermieter: der Typ rspk. die Typin ist in Ordnung, ist hier “auch vom Amt her” willkommen und die Miete kommt schlimmstenfalls auch vom Amt und das ist im lowest budget – Segment für die Vermieter häufig attraktiver als diejenigen, die zwar im Moment – (wielange?) noch ! – einen “guten Job” haben, aber möglicherweise auch den Gerichtsvollzieher als Stammgast.

    Also Leute – wollt Ihr nach Leipzig ? Dann bringt Kohle mit ! Oder lernt die richtigen Leute kennen – ein kleiner Joint nebem Gewandhaus um 20 Uhr 20 oder die stargayte-Sauna können dabei, je nach sozialem Miliöh, durchaus auch die richtigen ersten Schritte sein. Oder aber: Ihr besorgt Euch eben diesen wunderbaren Schein, der alle Türen öffnet – auch die zur billigen Bude !

    “Schein oder nicht Schein – das ist hier die Frage !” Das war sie schon bei Shakespeare und anne Uni – und auf dem Wohnungsmarkt in Leipzig isses noch heute die Frage schlechthin !

    Antworten
  2. Kreionaldi

    Hallo, ich war einige Tage in Leipzig und der Charme der Menschen ist spürbar bei jedem Schritt. Steht man als Tourist still, schaut herum so kommt sofort jemand, der helfen will. Man spürt die positive Aufbruchenergie in der Stadt. Doch Abends wurde ich neben dem Gewandhaus nach Haschisch gefragt. Um 20 Uhr 20. Zwei Welten prallten aufeinander. In verschiedenen Geschäften fragte ich die Angestellten, ob man in absehbarer Zeit eine Wohnung finden würde, im Internet gäbe es brustklopfende Berichte, das ginge nicht mehr so leicht und schon garnicht über immoscout. Die netten Mädels lächelten und sagten, das geht immer noch. Eine Verkäuferin verwies hingegen auf die Eisenbahnstraße, wo es sehr günstig sei. Eine Touristeninfo jedoch sucht der hilflose Begeisterte vergeblich am oder gegenüber dem imposanten Bahnhofsgebäude. Das ist eher absurd denn intelligent. Man schickte mich in die Stadt zur Katharinenstraße, auf dem Marktplatz meinte jemand: “die ist doch am Bahnhof”. In der Richard-Wagner-Straße ist eine Leuchtreklame absurd an der Ecke zur Goethestraße platziert, die den Weg dorthin einzig auf Leuchtreklame aufzeigt. Sie gehört eigentlich an den Bahnhofsausgang! Die Leipziger sind hyper-charmant aber auch kniffig und abgekapselt, wenden sich dann schnell ab, man kommt kaum in ein längeres, vorallem entspanntes Gespräch auf der Straße. Und: die Luft ist leider extrem dreckig; vor 3 Jahren war ich beim Hörspielsommer. Es hatte 6 Wochen nicht geregnet, die Luft war voll sichtbarem Staub dank 4000 Logistikfahrzeugen, die täglich in die Stadt und hinaus fahren. Für Asthamatiker ein Alptraum; das Stuttgart des Ostens.

    Antworten
  3. Katja S.

    Hallo Adelina.
    Habt ihr schonmal überlegt auch das Thema Zwangsversteigerungen aufzugreifen? Ist für die eine seite natürlich keine schöne Sache, aber für Wohnungssuchende ist das ne echte Alternative. Wir haben auch lange gesucht in Leipzig und mittlerweile ziehen die Preise für Häuser extrem an.

    lg Katja

    Antworten
  4. leipzigmanni

    Sehr schöner Artikel. Das zeigt aber auch einfach, das Leipzig mit der Zeit geht. Sonst wären steigende Einwohnerzahlen nicht möglich. Ich finde die Stadt hat einen aussergewöhnlichen Charme und ich komme gern in den Urlaub nach Leipzig.

    Antworten
  5. Frieder

    Hallo
    Ich wollte mich für diesen Artikel bedanken, weil er mir aus dem Herzen spricht.
    Es gehört einfach viel Mut und Energie dazu ein Stadtteil der runtergekommen ist aus dem Dreck zu ziehen.
    Da brauch keiner kommen, der nur absahnen will.
    Gruß Frieder

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.