Kunstkraftwerk Voltage

Volt[age] | Immersives Ballett im Kunstkraftwerk

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Tanzende Körper zwischen Datenströmen, Projektionen, die auf jede Bewegung reagieren – und Techno, der sich mit orchestralen Klängen durch die alte Industriehalle schiebt. Volt[age] macht aus dem Kunstkraftwerk Leipzig eine Bühne zwischen analoger und digitaler Welt. Das immersive Ballett der Musikalischen Komödie erzählt dabei die Geschichte über den Menschen und seine vielleicht komplizierteste Beziehung: die zur Technologie.

Körper setzen sich in Bewegung und hinter ihnen beginnt die digitale Welt zu reagieren. Zahlen flackern über meterhohe Wände und aus klassischer Tanzkunst wird plötzlich ein ziemlich futuristisches Erlebnis. Mit Volt[age] bringt das Kunstkraftwerk Leipzig gemeinsam mit der Musikalischen Komödie ein Ballett auf die Bühne, bei dem Motion-Tracking und Tanz unmittelbar aufeinandertreffen. Im September und Oktober 2026 kehrt die preisgekrönte Produktion für wenige Termine zurück.

Voltage

Foto: Luca Migliore | © Kunstkraftwerk Leipzig

Wenn Körper durch Datenwelten tanzen

Graue Kostüme, nackte Füße, eine dunkle Bühne. Dahinter laufen Zahlenkolonnen über die Wände, digitale Strukturen ziehen Kreise und riesige schemenhafte Körper tauchen aus den Projektionen auf. Das Kunstkraftwerk Leipzig und die Musikalische Komödie bringen zwei Welten zusammen, die auf den ersten Blick ziemlich weit auseinanderliegen: klassisch ausgebildete Tänzer:innen treffen auf digitale Kunst, zeitgenössische Bewegung auf elektronische Sounds und eine ehemalige Industriehalle auf eine Inszenierung, die den gesamten Raum mit einbezieht.

Voltage Kunstkraftwerk

Foto: Luca Migliore | © Kunstkraftwerk Leipzig

Eine Bühne, die auf Bewegung reagiert

Die Bewegungen der Tänzer:innen werden erfasst und in Echtzeit mit visuellen Elementen verknüpft. Dahinter steckt Motion-Tracking. Was auf der Bühne geschieht, steht also in direkter Beziehung zu dem, was gleichzeitig auf den Wänden erscheint. Dadurch entsteht ein ungewöhnliches Wechselspiel: Die Körper bewegen sich durch die digitalen Bilder – und die Bilder reagieren auf die Körper. Mal wirken beide wie ein gemeinsames System, mal stehen sie sich regelrecht gegenüber.

Die Analogie passt erstaunlich zur Geschichte, die Volt[age] erzählt. Denn auch darin beginnt die Technologie zunächst als etwas, das der Mensch selbst erschafft und kontrolliert.

VOLTAGE Kunstkraftwerk Leipzig

Bild: Ida Zenna | © Kunstkraftwerk Leipzig

Fünf Akte und ein bedrohlich aktueller Machtkampf

Die Handlung entwickelt sich über fünf Akte. Am Anfang steht der Mensch als Schöpfer: Technologie ist sein Werkzeug. Doch sie lernt, wächst und entwickelt sich weiter. Aus dem Werkzeug wird zunehmend ein Gegenüber – und irgendwann beginnt dieses Gegenüber, die Kontrolle seines Schöpfers herauszufordern.Ein Machtkampf entsteht, der schließlich in einer ziemlich radikalen Entscheidung endet: Der Mensch schaltet seine eigene Schöpfung ab.

Genau hier setzt Volt[age] mit einer entscheidenden Frage an: Können wir Technologie überhaupt noch aus unserem Leben entfernen – oder ist sie längst so eng mit uns verbunden, dass eine Trennung kaum noch möglich ist?

VOLTAGE Ballett Kunstkraftwerk Leipzig

Bild: Ida Zenna | © Kunstkraftwerk Leipzig

Bass & Ballett: Ein Tanz im Takt elektronischer Welten

Auch der Sound bleibt diesem Prinzip treu. Pulsierende elektronische Techno-Klänge treffen bei Volt[age] auf orchestrale Musik. Die Gegensätze laufen nicht unabhängig nebeneinander, sondern bilden gemeinsam mit Tanz und Visuals den Spannungsbogen des Stücks.

Die künstlerische Gesamtgestaltung stammt von Nicolas Landrieux. Der französische Sound Designer, Visual Artist und Creative Director arbeitet an der Schnittstelle von Musik, Film, Tanz und digitaler Kunst und entwickelt daraus immersive Formate, in denen Bild und Klang eng miteinander verbunden sind.

Für Volt[age] entsteht daraus jene Welt aus Daten, Projektionen und bewegten Strukturen, durch die sich die Tänzer:innen bewegen. Das ehemalige Heizwerk des Kunstkraftwerks wird dabei selbst Teil der Inszenierung: Seine großen Flächen bieten den digitalen Bildern den Raum, den sie brauchen, um weit über eine gewöhnliche Bühnenkulisse hinauszugehen.

Bilder: Ida Zenna | © Kunstkraftwerk Leipzig

Zwei Leipziger Welten, ein gemeinsames Ballett

Hinter Volt[age] steckt eine Zusammenarbeit, die schon auf dem Papier ziemlich gut erklärt, warum dieses Ballett so ungewöhnlich aussieht. Das Kunstkraftwerk Leipzig und die Musikalische Komödie bringen dafür ihre ganz unterschiedlichen künstlerischen Welten zusammen: Auf der einen Seite steht ein Haus, das mit raumgreifenden Projektionen und immersiver Kunst ganze Hallen in digitale Bildwelten verwandelt. Auf der anderen eine 15-köpfige Ballettcompany mit klassisch ausgebildeten Tänzer:innen, deren Repertoire von klassischer Technik über Modern bis hin zu Stepptanz reicht.

Für Volt[age] greifen diese beiden Seiten unmittelbar ineinander. Die Choreografie entwickeln Mirko Mahr, Ballettdirektor der Musikalischen Komödie, Sara Brandao und Lolita Valau gemeinsam mit den Tänzer:innen der Company.

Volt(age)

Foto: Luca Migliore | © Kunstkraftwerk Leipzig

Preisgekrönt, ausverkauft und zurück im Kunstkraftwerk

Ganz neu ist Volt[age] in Leipzig nicht. Bereits im vergangenen Jahr feierte das immersive Ballett seine Premiere im Kunstkraftwerk – und war schon vorab ausverkauft. 2026 kehrt die Produktion nun für eine begrenzte Zahl von Vorstellungen zurück.

Inzwischen hat das Projekt auch international Aufmerksamkeit bekommen. Volt[age] wurde mit dem International Creative Award sowie dem kanadischen Prix NUMIX „International 360 et Dôme“ ausgezeichnet.

Wer selbst herausfinden möchte, wie es aussieht, wenn eine Ballettcompany zwischen Datenströmen tanzt und die Grenze zwischen Körper und Projektion immer wieder ins Wanken gerät, bekommt dafür im September und Oktober noch einmal Gelegenheit.

VOLTAGE Ballett im Kunstkraftwerk

Bild: Ida Zenna | © Kunstkraftwerk Leipzig

Wann? Wie? Wo?

Volt[age]
immersives Ballett

14.09.2026 · 18:30 Uhr & 20:30 Uhr
15.09.2026 · 18:30 Uhr & 20:30 Uhr
16.09.2026 · 18:30 Uhr & 20:30 Uhr
19.10.2026 · 19:00 Uhr
20.10.2026 · 18:30 Uhr & 20:30 Uhr
21.10.2026 · 19:00 Uhr

Kunstkraftwerk Leipzig
Saalfelder Straße 8b
04179 Leipzig

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