Die Stimmen der Nürnberger Prozesse | Ausstellung in Leipzig

Ausstellung Leipzig

Vier Sprachen, ein Gerichtssaal – und eine Form des Dolmetschens, die damals noch weitgehend Neuland war. Bei den Nürnberger Prozessen mussten die Aussagen im Gerichtssaal nahezu gleichzeitig auf Englisch, Französisch, Deutsch und Russisch verständlich werden. Wer waren die Menschen hinter den Kopfhörern, die diese enorme sprachliche Aufgabe übernahmen?

Genau ihnen widmet sich die internationale Wanderausstellung „Ein Prozess – Vier Sprachen“, die vom 30. September bis 26. November 2026 im Neuen Rathaus Leipzig zu sehen ist.

Die Menschen hinter den Stimmen

Über die Nürnberger Prozesse ist unendlich viel geschrieben worden. Die Menschen, ohne die eine Verständigung im Gerichtssaal kaum möglich gewesen wäre, blieben dagegen lange erstaunlich unsichtbar.

Beim Internationalen Militärtribunal 1945/46 trafen vier Sprachen aufeinander: Englisch, Französisch, Deutsch und Russisch. Das Simultandolmetschen, wie es heute von internationalen Konferenzen selbstverständlich erscheint, war damals noch eine junge, kaum etablierte Technik – und die technischen Bedingungen waren entsprechend rudimentär.

Die Ausstellung holt deshalb nicht nur ein Stück Sprachgeschichte hervor, sondern vor allem die Menschen dahinter. Wer waren diese Dolmetscher:innen? Wo hatten sie ihre Sprachen gelernt? Was hatte sie auf diese Aufgabe vorbereitet – und was bedeutete die Arbeit an einem Prozess über die Verbrechen des Nationalsozialismus für ihr eigenes Leben?

Gerade diese Biografien sind bis heute teilweise schwer zu rekonstruieren. Viele der frühen Dolmetscher:innen waren selbst auf unterschiedliche Weise Opfer des NS-Regimes; einige konnten bis heute nicht identifiziert werden. Aus der Suche nach ihren Geschichten entstand schließlich die Ausstellung, die über die Jahre durch weitere Forschung immer wieder erweitert wurde.

Von Nürnberg nach Leipzig

Vom 30. September bis 26. November 2026 macht die internationale Wanderausstellung nun im Neuen Rathaus Leipzig Station. Organisiert wird sie vom Verein Konferenzdolmetschen – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft e. V.

Der Leipziger Termin ist zugleich Teil von TACHELES 2026, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.

Wann? Wie? Wo?

Ein Prozess – Vier Sprachen
Internationale Wanderausstellung über die Dolmetscher:innen der Nürnberger Prozesse und die Entstehung des modernen Simultandolmetschens

📅 Wann? 30.09.–26.11.2026
🏛️ Wo? Neues Rathaus Leipzig
✨ Eröffnung: Mittwoch, 30.09.2026
🎧 Thema: Nürnberger Prozesse, Simultandolmetschen, Sprache und Erinnerung
🌐 Mehr erfahren: 1trial-4languages.org

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