Wie wollen wir morgen leben? Eine ziemlich große Frage für einen Samstagnachmittag auf dem Leipziger Marktplatz. Bei der KlimaFair 2026 darf sie trotzdem gestellt werden – und zwar gemeinsam.
Am 22. August treffen hier Klimaschutz auf Tierrechte, Zukunftsängste auf konkrete Ideen und politische Debatten auf Musik, Begegnungen und Menschen, die ihre Stadt mitgestalten wollen.

Ein Marktplatz voller Zukunftsfragen: die KlimaFair
Normalerweise geht es auf dem Leipziger Markt um Blumen, Obst und Gemüse, einen Kaffee zwischendurch oder den Weg von A nach B. Am Samstag, den 22. August 2026, werden zwischen 13 und 22 Uhr ein paar größere Fragen ausgepackt.
Dann bringt die KlimaFair 2026 Initiativen, Organisationen, Politik und Leipziger:innen mitten in der Innenstadt zusammen. Hinter der Klimamesse steht der Zusammenschluss Leipzig fürs Klima, der Menschen, Gruppen und Institutionen vernetzt, die sich für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einsetzen.
Dabei soll es ausdrücklich nicht nur ums Zuhören gehen. Informations- und Mitmachstände bringen unterschiedliche Akteur:innen auf den Markt und schaffen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Initiativen kennenzulernen und vielleicht auch herauszufinden, wo man selbst aktiv werden möchte.

Kinder kriegen, während sich das Klima verändert?
Wie unmittelbar die Klimakrise inzwischen in ganz persönliche Lebensentscheidungen hineinreicht, zeigt gleich das erste große Panel des Tages. Unter der Überschrift „Kinderkriegen in der Klimakrise“ geht es ab 14 Uhr um Familienplanung, Zukunftsängste und gesellschaftliche Verantwortung.
Eine Frage, auf die es kaum eine einfache Antwort geben dürfte. Was bedeutet es, über Kinder und Familie nachzudenken, wenn gleichzeitig die Folgen der Klimakrise immer sichtbarer werden? Welche Ängste sind berechtigt – und welche Verantwortung tragen Einzelne überhaupt?
Darüber diskutieren unter anderem Autorin Marisa Becker, Philosoph Karim Akerma, Religionspädagoge Prof. Frank M. Lütze und Sozialpsychologin Dr. Karen Hamann. Moderiert wird das Gespräch von Meteorologin Michaela Koschak.

Wenn Klimaschutz beim Tier beginnt
Um 15 Uhr verschiebt sich der Blickwinkel noch einmal. „Tierschutz am Limit“ bringt ethische, wissenschaftliche und rechtliche Perspektiven auf Tierrechte und Tierversuche zusammen.
Damit öffnet die KlimaFair ein Themenfeld, das in klassischen Klimadebatten schnell aus dem Blick gerät: Wie gehen wir mit anderen Lebewesen um – und welche Rolle spielen Tierhaltung, Forschung, Ernährung und politische Rahmenbedingungen, wenn wir über eine nachhaltigere Gesellschaft sprechen?
Vertreter:innen aus Tierschutz, Wissenschaft und Praxis kommen dazu auf dem Podium miteinander ins Gespräch. Auch abseits der Bühne ist das Thema präsent: Unter anderem ist der Verein Ärzte gegen Tierversuche bei der KlimaFair vertreten.

Veränderung beginnt nicht erst in Berlin
Globale Krise, kommunale Antworten: Ab 16:30 Uhr richtet sich der Blick auf Städte und Gemeinden in der Region Leipzig. Beim Panel „Kommunale Transformation“ diskutieren Bürgermeister aus dem Leipziger Umland darüber, wie Wandel vor Ort gelingen kann.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Klimaschutzmaßnahmen selbst, sondern auch eine entscheidende Frage für ihre Umsetzung: Wie lassen sich Bürger:innen beteiligen, sodass Veränderung nicht über ihre Köpfe hinweg geschieht?
Noch konkreter auf Leipzig schaut anschließend das politische Panel zur kommenden Oberbürgermeisterwahl. Ab 18 Uhr sollen Kandidierende darüber sprechen, welche Pläne sie für Klimaschutz, Biodiversität, Landwirtschaft und soziale Gerechtigkeit in Leipzig verfolgen.
So wird aus der großen Frage „Wie wollen wir morgen leben?“ irgendwann zwangsläufig auch eine sehr praktische: Was kann Leipzig heute dafür tun?


Zwischen Debatte und Tanzfläche
Bei all den großen Themen soll die KlimaFair aber kein neunstündiger Debattenmarathon werden. Schon zum Auftakt gibt es Musik, und zwischen Infoständen und Gesprächen bleibt Zeit zum Schlendern, Kennenlernen und Austauschen.
Am Abend wechselt schließlich noch einmal die Energie auf dem Marktplatz. Ab 19 Uhr übernimmt The Chili Groove Mafia die Bühne, dazu gibt es Salsa – und aus einem Tag voller Zukunftsfragen darf langsam ein gemeinsamer Sommerabend mitten in Leipzig werden.
Vielleicht liegt genau darin der Charme der KlimaFair: Klimaschutz nicht irgendwo hinter Konferenztüren zu verhandeln, sondern mitten in die Stadt zu tragen. Dorthin, wo Menschen vorbeikommen, stehen bleiben, diskutieren, widersprechen, neue Ideen entdecken – und am Ende vielleicht sogar miteinander tanzen.

Wann? Wie? Wo?
KlimaFair 2026
Leipziger Klimamesse
22. August 2026
13 –22 Uhr
Marktplatz Leipzig
Eintritt: frei
Programm:
13:00 Uhr – Eröffnung
14:00 Uhr – Panel „Kinderkriegen in der Klimakrise“
15:00 Uhr – Panel „Tierschutz am Limit“
16:30 Uhr – Panel „Kommunale Transformation“
18:00 Uhr – Panel zur Leipziger Oberbürgermeisterwahl
19:00 Uhr – Live-Musik mit The Chili Groove Mafia & Salsa
bis 22:00 Uhr – gemeinsamer Ausklang
Veranstalter: Leipzig fürs Klima
Weitere Informationen: Leipzig fürs Klima – KlimaFair 2026
Unterstützen: Spenden für die KlimaFair 2026 sind über Betterplace möglich.



